Neuartige Methode erfolgreich bei Legasthenie

Mit einer neuartigen Trainingsmethode, die nicht die Symptome, sondern die Ursachen von Legasthenie bekämpft, lassen sich Probleme mit der Rechtschreibung jetzt noch erfolgreicher abbauen. Die Methode wurde wissenschaftlich untersucht und für erfolgreich befunden.

Einigen gängigen Lehrmeinungen zufolge ist Legasthenie eine nur schwer therapierbare Krankheit, die zu teilweise erheblichen Störungen bei der zentralen Aufnahme, Verarbeitung und Wiedergabe von Laut- und Schriftsprache führt.

Im Gegensatz zu dieser pathologisch anhaltenden Störung können Schüler aber auch ein vorübergehendes ‚legasthenes’ Erscheinungsbild aufweisen. Dies ist auf unterschiedliche Ursachen durch unterschiedliche Kombinationen von Schwächen bei Teilleistungen (z. B. der Wahrnehmung oder der Motorik) zurückzuführen. Diese eher vage Ursachenvermutung spiegelt die erhebliche Unsicherheit auch der deutschen Wissenschaft über die ‚wirklichen’ Ursachen der Erscheinung wider. Dabei gibt es bereits seit 1995 ein in Großbritannien weitestgehend akzeptiertes Erklärungsmodell, dass sich an sieben so genannten Low-Level Funktionen orientiert. Zu diesen Funktionen gehört z.B. die visuelle Ordnungsschwelle, die u.a. wichtig ist für die Zeitauflösung kontinuierlicher Seheindrücke.

An der Medizinischen Hochschule Hannover wurden jetzt für die Low-Level Funktionen zunächst die Normwerte bei Kindern im Altern von 5 bis 12 Jahren ermittelt. Danach wurden die Abweichungen aus den Funktionen nachgewiesen. Weitere Untersuchungen haben dann gezeigt, dass der herkömmliche lerntheoretisch begründete Unterricht von Kinder mit Schwächen beim Lesen und Rechtschreiben die Ergebnisse um 6,3% verbesserte. Low-Level Training alleine verbesserte dagegen die Ergebnisse bereits um 18,9%. Die Gruppe, die neben dem Low-Level Training ein zusätzliches Lateraltraining durchführte, verbesserte sich gar um 42,6 %. Beim Lateraltraining hören die Schüler eine zwischen den beiden Ohren hin- und herwandernde Modellstimme im Kopfhörer. Sie lesen synchron dazu den wortgleichen Text, den sie stets von der gegenüberliegenden Seite hören.

Damit wiesen die Wissenschaftler erstmals nach, dass vor allem das kombinierte Training der Low-Level Funktionen in Verbindung mit dem Lateraltraining die Leistungen in der zentralen Verarbeitung deutlich verbessert. Es gibt bereits eine Anzahl von Praxen, die entweder völlig in eigener Regie oder in Kooperation mit einem vorhandenen Anwender dieses Verfahrens bei jedem Schüler mit Schwächen beim Lesen und Rechtschreiben, der dort vorgestellt wird, die sieben Low-Level Funktionen mit einem Testgerät erheben und mit den Normwerten vergleichen. Weitere Informationen zu diesem Verfahren finden Sie im Internet unter www.forschung.de,www.meditech.de und www.brainboy.de.

Dr. med. Söllner
Dr. med. Thilo Söllner
Hugenottenallee 90
63263 Neu-Isenburg

Tel. 06102 / 27056
praxis@dr-soellner.de