Leseratte = Brillenschlange?

Jede Mutter sorgt sich um die Augen ihrer kleinen Leseratte – aber was ist dran an der Vorstellung, dass zu viel Lesen, noch dazu bei schlechtem Licht, die Entwicklung einer Kurzsichtigkeit fördert?

LeseratteEine aktuelle Untersuchung zeigte, dass ein Kind, das besonders viel Zeit mit Lesen verbringt, wohl nicht unbedingt auch kurzsichtig wird. Wichtig ist aber, das Lesen immer wieder zu unterbrechen, damit sich die Augen abwechselnd auf kurze und weitere Entfernungen einstellen können. Außerdem ist die ausreichende Beleuchtung des Lesestoffs von größter Bedeutung und der Abstand zum Lesestoff sollte mindestens 30 cm betragen.

Eine Hypothese zur Kurzsichtigkeit geht davon aus, dass diese Sehschwäche auf einer genetischen Anlage beruht, aber möglicherweise durch intensives Nahsehen ausgelöst oder verstärkt wird. Während der Kindesentwicklung wachsen die Augen nämlich nicht nur gemäß des individuellen genetischen Programms, sie erhalten auch Rückkopplung über die Augen selbst, z.B. den Abstand der betrachteten Gegenstände und die Akkomodation – bei kurzer Distanz fällt das Bild etwas hinter die Netzhaut und soll damit das Längswachstum des Auges fördern. Auch Bildschirm- und Präzisionsarbeiten sollen einen solchen Effekt haben können.

Dr. med. Söllner
Dr. med. Thilo Söllner
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