Bei Heuschnupfen und tränenden Augen keine ‚Mittelchen’ ausprobieren

Wenn die Augen jucken und tränen, die Nase läuft und das eine oder andere laute ‚Hatschiii’ die Umgebung zusammenzucken lässt, ist wieder Heuschnupfenzeit. 

HeuschnupfenNach Erle und Haselnuss, die bereits seit Ende Januar ihre Pollen verteilen, bereiten jetzt auch Birke und Pappel vielen Pollenallergikern Probleme.

Ab Mai geht es mit den Gräsern weiter, die bis Anfang August blühen und vielen Allergikern den Aufenthalt im Freien vergällen. Laut Statistik ist in Deutschland nahezu jeder vierte Erwachsene (24 Prozent) von dem Leiden betroffen. Und es werden ständig mehr. Doch wegen Heuschnupfens gleich zum Arzt gehen? Die meisten Sprays, Augen- und Nasentropfen sowie Heuschnupfenmittel in Tablettenform müssen nicht unbedingt vom Arzt verschrieben werden. Die Kosten werden gemäß dem neuen Gesundheitsgesetz von den Kassen auch nicht mehr übernommen. Da kann man ja gleich in die Apotheke gehen und sich die Mittelchen kaufen!

‚Ganz falsch!’, meint Privatdozent Dr. Randolf Brehler von der Hautklinik der Universität Münster. Der Allergologe sieht mit den neuen Regelungen eine fatale Entwicklung auf uns zurollen. Er befürchtet, dass viele Selbstbehandler sich nicht für die so genannten ‚Antihistaminika’ der neuesten Generation und damit die besten Mittel entscheiden, sondern aus Sparsamkeit auf ältere und billigere Präparate zurückgreifen. Davon abgesehen, sei von der Selbstmedikation überhaupt abzuraten. ‚Die Behandlung von Allergien gehört in jedem Fall in die Hände eines Facharztes’, betont Brehler. ‚Statt von Heuschnupfen sprechen Fachleute lieber von allergischer Entzündung, an der als ein Faktor von mehreren das Histamin beteiligt ist.’ Viele Patienten fühlen sich zusätzlich müde und abgeschlagen und sind in ihrer Lebensqualität deutlich beeinträchtigt.

‚Durch eine exakte Diagnostik und eine adäquate Therapie kann jedoch jedem geholfen werden’, betont der Experte. Er empfiehlt insbesondere Patienten mit ausgeprägten Beschwerden und erst recht denjenigen mit beginnendem Asthma eine ganzjährige Therapie, bei der die Allergen-Extrakte unter die Haut gespritzt werden. ‚Die Qualität dieser Extrakte konnte in den vergangenen Jahren deutlich verbessert werden’, so der Allergologe. ‚Es wurde erforscht, welche Proteine bei einem bestimmten Pollentyp es genau sind, die die allergischen Reaktionen auslösen. Diese können heute gentechnisch exakt nachgebaut werden.’

Dr. med. Söllner
Dr. med. Thilo Söllner
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